Brazilian Diary

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Salvador, Dienstag, 06 Februar 2007, 10.00 Uhr

Es tut mir Leid dass ich euch alle so lange im unklaren lasse, was hier so weiter passiert.
Im September hatte ich einen Totalverlust meiner Festplatte, alle Emails und Adressen futsch, sowie eine Riesenmenge Daten von über 4 Jahren.

Nur so zum eine Idee zu haben was ich so mache:
Seit ich im Mai den Laden eröffnet habe, hatten ich und Dora gerade mal 1.5 Tage frei.
Die Geschäfte liefen miserabel, es reichte gerade mal um die Rechnungen zu zahlen, und mein Reservekapital schrumpfte im November auf Null.

Wir haben den Laden nun zu einem reinem Restaurant umfunktioniert, Doras Kinder sagen nun Sie hätte endlich zu Kochen gelernt mit mir, und die Gäste sind auch alle hochzufrieden. Wir arbeiten aber unter höchst widrigen Umständen, denn unser "Restaurant" hat keinen Luftausgang nach hinten, und die einzige Frischluft kommt vom Eingang her, also nicht möglich hier richtig zu Kochen, ergo Dora muss zuhause Kochen und wir müssen Kiloweise Essen hierher schleppen. In der Restaurantküche arbeiten wir haupstsächlich mit Mikrowelle, und das Fleisch wird hauchdünn geschnitten, damit es schnell gebraten ist.

Weiter unten ist unser kleines Menue zum Download, welches ich hier in 4 Sprachen aufliegen habe...

Nun, ansonsten gibts wenig zu berichten, Dora hauptsächlich Zuhause am Vorkochen, die 2 Töchter Arbeiten in der Küche, und ich und eine Angestellte die seit 2 Wochen dabei ist, machen den Service.

Wir öffnen um 10 Uhr Morgens, und schliessen ca. um 23 Uhr, 8 Tage die Woche.

Der Umsatz ist immer noch sehr bescheiden, aber wir machen noch bis 25 März weiter, und haben dann vor zu schliessen und etwas grösseres zu besorgen. Während dem Karneval sollte es einen guten Umsatz geben, aber ich habe schon ziemlich schiss vor den Menschenmassen, und dem Lärm und Chaos... 10 Tage lang!

Wir vermitteln auch Wohnungen für Touristen, das gibt im Augenblick am meisten Geld, denn die Preise hier schiessen ins Uferlose während dieser Zeit. Eine 2 Zimmerwohnung auf Kreis 4 Niveau kostet für 10 Tage dann mindestens 1800.00 Sfr. Jawohl, Franken!

Das ich heute hier jetzt einen so langen Bericht schreiben kann, liegt daran, dass ich ganz früh alleine ins Restaurant kam, ohne den Laden zu öffnen, damit ich meine Ruhe habe.

Inzwischen ist schon geöffnet, und die ersten Gäste schon am Bier trinken, 10.40 uhr morgens! Hier wird mächtig gebechert, da sind die Bayern nix dagegen!

Soh, jetzt muss ich aber schliessen, die ersten Essensbestellungen!

Ganz liebe Grüsse an alle,

 

Kurt

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